Morgens um 5.00. Es ist kalt, es ist nass, es ist dunkel. Und alles was ihr wollt ist doch nur noch 10 Minuten weiterschlafen. Aber da gibt es noch den Truppführer und der sagt: “Guten Morgen Allemann, aufstehen, Aufklärauftrag in einer Dreiviertelstunde.“ Also raus aus dem Schlafsack, rein in die kalte Hose, die Fleecejacke und den feuchten Smock. Und dann? KAFFEE!

Wer nun seinen BW-Esbit-Kocher rausholt hat verloren, denn so schnell bekommt man keinen heißen Kaffee zustande. Aber Gott sei dank gibt’s einen mit einem Jetboil im Trupp.

Schnell aufgebaut, da alles in einem Pott ist, schnell angemacht, da man kein Feuerzeug braucht und er mit Gas läuft und schnell fertig, da er in wenigen Minuten einen Liter Wasser zum kochen bringt.

Es gibt kaum eine Anschaffung die in meinem Trupp solche Kreise zog wie der Jetboil. Der ist Gold wert. Kaum größer als eine Nalgene Wasserflasche und aus stabilem Alu.

1. Topf mit „Fluxring“ Technologie

Der Topf ist gleichzeitig die Verpackung für das ganze System. In ihm kann alles recht praktisch verstaut werden. Er fasst einen Liter Wasser und besteht aus hartanodisiertem Aluminium was ihn sehr leicht aber dennoch äußerst robust macht. Der Topf steckt in einer Neoprenhülle mit Trageschlaufe, sie isoliert den Topf und ermöglicht das problemlose Tragen des heißen Topfes.

Unten am Topf befinden sich die „Fluxring“ Lamellen welche die beheizte Bodenoberfläche vergrößern und somit die Effizienz enorm steigern.

 

2. „Brenner“ mit der Gasflasche

Der Brenner verbindet die Gasflasche mit dem Topf. Die Gasflasche wird aufgeschraubt (Gewinde nach EN 417), und der Topf mittels Bajonettverschluss am Brenner angebracht. Das besondere hierbei ist, dass der Topf fest mit dem Brenner verbunden ist. Er kann dadurch weder vom Kocher fallen noch wegkippen. Somit ist es möglich den Kocher während des Betriebes zu bewegen, bzw. einfach in der Hand zu halten. Der Brenner beherbergt das Ventil zum Regulieren des Gasflusses und den Piezo-Zünder. Das Gasventil könnte etwas feiner einzustellen sein. Der Piezo-Zünder funktioniert sehr gut und zuverlässig. Leider ist er etwas empfindlich, wenn man ihn dreht löst er sich unten aus dem Gehäuse und ist somit auch schon defekt. Wohl das größte Manko am ganzen Jetboil aber wenn man ihn in Ruhe lässt hält er sicher ein Leben lang. Ein Ersatzzünder kostet ca. 7€ und ein komplettes Instandhaltungsset mit Zünder, Ventil und Dichtungen ca. 14€. Zerlegen und Wartung gestalten sich sehr einfach, war aber bis heute noch nicht notwendig.

 

3. Bodendeckel, der auch als Mess- oder Trinkbecher Verwendung findet

Der Bodendeckel dient hauptsächlich zum Schutz des Topfbodens in verpackter Form. Man kann ihn aber auch als Mess- oder Trinkbecher verwenden. Außerdem kann er, wenn man fertiggekocht hat, auf den Topf gesteckt werden, er verdeckt so die letzten heißen Stellen am Topf und ermöglicht es direkt aus dem heißen Top zu trinken/essen.

 

4. Gummideckel zum Verschließen.

Eigentlich selbsterklärend… Durch das Verschließen des Topfes bleibt die Wärme drinnen, die Effizienz wird nochmals gesteigert. Gab’s bis dato auch noch bei keinem anderen Kocher den ich kenne. Der Deckel hat eine Trinköffnung.

 

 

So, jetzt aber zum wirklich Interessanten Teil, der Betrieb:

Erst die Beiden Deckel abnehmen, Brenner aus dem Topf nehmen und am Topf arretieren, Wasser einfüllen, Deckel wieder drauf, Ventil aufdrehen, den Zünder drücken und fertig.

Ein halber Liter Wasser Kocht je nach Außentemperatur in einer guten Minute. Verdammt schnell, und extrem gassparend. Gerade recht für die hohen Ansprüche der Truppe. Für die Anspruchsvollen unter euch, es gibt kaum etwas, dass man im Jetboil nicht machen kann. Wenn’s sein muss kann man darin Reis oder Nudeln machen, Würste kochen, Eierspeise, alle möglichen Dosen und Fertiggerichte erhitzen, Tee, Kaffee (gibt ein eigenes Tool dafür), MRE’s erhitzen (wir wissen ja wie gut deren Heater bei -10°C funktioniert…) – wer sich etwas Luxus gönnen will, dem sind hier kaum Grenzen gesetzt.